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#101 17.05.2015 08:06

lumir
Junior-Mitglied
Ort: NRW
Registriert: 09.05.2015
Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Danke für die schnelle Antwort.
Gibt es eine "Winterschutzanleitung" für die Phoenix?
Möglicherweise kann ich sie mir auch ins Haus holen, allerdings ist sie schon ziemlich wuchtig, lieber wäre mir wenn sie draußen verbleibt..

Im Keller würde sie mich nicht stören, da gibt es aber so gut wie kein Tageslicht, ist das im Winter problematisch?


Klimazone: tB / USDA Zone 8A

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#102 17.05.2015 08:21

Hamal
Senior-Mitglied
Ort: Werl, Zone tC
Registriert: 07.12.2013
Beiträge: 1.399

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Auch wenn du in Zone tC oder 8A liegt, bedeutet das nicht, dass nicht auch mal ein Winter mit tieferen Temperaturen kommen kann. Du solltest also vorbereitet sein, auch wenn du in der Regel ohne Heizung auskommen solltest.

Bei Pflanzen im Kübel gilt generell, dass es bei Temperaturen um -5 Grad und insbesondere bei Dauerfrost gefährlich wird. Wenn der Kübel über Nacht durchgefroren ist und am Morgen die Sonne herauskommt, bedeutet das für die meisten Pflanzen den Tod, selbst für vollkommen winterharte. Wenn du also die Phoenix draußen lassen willst, solltest du sie auspflanzen und angemessen schützen, d.h. nur minimaler Frost von -1 bis -2 Grad, dann sollte die Heizung angehen.

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#103 24.08.2016 17:35

Alex
Junior-Mitglied
Registriert: 21.08.2016
Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo, ich habe mich jetzt auch hier vor kurzen angemeldet.
Ich habe seit Frühjahr eine Hanfpalme in meinen Garten ausgepflanzt.
Der nächste Winter kommt bestimmt.
Wie sieht es aus mit Winterschutz für eine ausgepflanzte Trachycarpus fortunei in der Größe 200/220 im Raum Nordhessen. Hat einer von euch schon welche ausgepflanzt in meiner Region und hat Erfahrungen mit dem Winterschutz.
Ich dachte ich hole mir 4 Stk. Bodenhülsen mit Kanthölzern die ich reinstecke und oben ein Brett drauf. Darüber einem Mammutsack gestülpt. Rindenmulch noch auf den Boden verteilt zum Schutz vor starken Frost der Wurzeln. Ich Überlege noch einen Lichterschlauch  bei Temperaturen von - ..,???? Grad um den Stamm herum zu wickeln.

Ich nehme gerne Tipps entgegen.

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#104 24.08.2016 19:18

MarcTHR
Mitglied
Registriert: 28.12.2015
Beiträge: 393

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo Alex,

Ich hatte meine Methode schon mal im März beschrieben und zitiere im Folgenden dazu den alten Beitrag. Ich bin ganz in der Nähe und kenne die kalten Winter....

Zitat: Meine langjährig erprobte Trachycarpus-Schutzmethode wie folgt beschrieben:
Bei mir in Zone 6b, also mit teils knackig kalten Wintertagen, funktioniert für Trachycarpus folgende Methode sehr erfolgreich, sowie kostengünstig und mit überschaubarem Aufwand: Lichterschlauch mit 10-15 m Länge  (klassisch, nicht kaltes LED) in 10 cm Abstand um den Stamm bis zum Vegetationspunkt wickeln, Blätter mit Gummispanngurten zur Säule formen und das ganze mit luftdurchlässigem weißen Vlies locker umwickeln, sodass mindestens 0.5 cm Schichtdicke entsteht. Als Vlies empfiehlt sich z.B. Unterlagenvlies für Teichfolien oder Unkrautschutzvlies zur Verlegung unter Schotterflächen. Das obere Ende der so entstehenden Säule überständig wickeln und seitlich geklappt einschlagen. Die gesamte Säule dann mit weißem Nylonseil grob umwickeln und verschnüren. Der Lichterschlauch wird nur bei dauerhaftem Frost unter -5 Grad eingeschalten. Innerhalb der Säule steigt die leicht erwärmte Luft in den oberen Kronenbereich und kann durch langsames Entweichen durch das Vlies nicht überhitzen. Bodenbereich mit Rindenmulch oder dichtem Bodendecker  (z.B. Luzula) vor Starkfrost schützen. So hat man in kalten Nächten schwach beleuchtete weiße Säulen im Garten und tagsüber und in milden Phasen keine unförmigen Kästen im Blick. Die Konstruktion ist beliebig in die Höhe erweiterbar. So habe ich inzwischen 5 grosse Hanfpalmen seit gut 15 Jahren ohne Blattverluste oder Störungen der Blütenbildung gesund und wuchsfreudig im Garten. Tiefsttemperaturen bis -28 Grad und Dauerfrostperioden bis zu 4 Wochen wurden auch toleriert. Zu vermeiden ist das Einpacken in Folien oder andere luftundurchlässige, sowie dunkle Materialien, die zu Schimmelbefall und Überhitzung bei Sonne führen.


Palmen u.a. Exoten Klimazone 6b und 10a
Actinokentia-Adonidia-Allagoptera-Archontophoenix-Arenga-Beccariophoenix-Bismarckia-Brahea-Butia-Caryota-Ceroxylon-Chamaedorea-Chamaerops-Chambeyronia-Copernica-Dictyosperma-Dypsis-Euterpe-Howea-Hyophorbe-Hyphaene-Jubaea-Jubaeopsis-Livistona-Lytocaryum-Nannorrhops-Oraniopsis-Parajubaea-Phoenix-Ravenea-Rhapidophyllum-Rhapis-Rhopalostylis-Roystonea-Sabal-Serenoa-Syagrus-Trachycarpus-Washingtonia-Wodyetia
Musa-Ensete-Alocasia-Yucca-Agave-Furcraea-Aloe......

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#105 09.10.2018 19:24

erzberg
Neues Mitglied
Registriert: 19.09.2018
Beiträge: 2

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

hallo aus Österreich.wohne in Eisenerz in ca 760m Seehöhe Zone tF und habe 2trachys seit 8jahren erfolgreich ausgesetzt.habe mittlerweileca17palmen wobei eine chamaerops humilis bereits 2winter mit geringen winterschäden überstanden hat.. eine nadelpalme honigpalme, sabal minor sind seit heuer dazugekommen.auch feigen, indianerbananen.1 Schlafbaum,echter lorber,kamelie etc.überwintern mitten zwischen 2000m hohen bergen mit max. einem Regenschutz(Palmen),laub,undbei temp. unter-8grad einer schicht flies.die meisten dieser bäume wachsen hangseitig vom haus(n)geschützt.das schneesichere schigebiet eisenerzer ramsau(1000m)liegt nur ca 5 km entfernt. die tiefsten temp.waren oft zw.-11 und -18grad auch tagsüber teils 2stellig im-.keine tieferen temp.weil es bei uns in der kritischen zeit oft trüb war lg. an alle!

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#106 09.10.2018 19:48

erzberg
Neues Mitglied
Registriert: 19.09.2018
Beiträge: 2

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

hallo ins Salzkammergut!hab in EISENERZ in 760mSEEHÖHE seit 8jahren 2 TRACHIS und andere Palmen mit nur geringem WINTERSCHUTZ (Regenschutz, laub bei ca -8grad abwärts einer schicht flies)ausgesetzt!KEINE BEHEITZUNG!auch andere exotische bäume und Kakteen wachsen trotz umliegender 2000m hoher berge!lg-und viel erfolg

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#107 10.10.2018 06:13

Palmenhain_z
Senior-Mitglied
Ort: Region Hannover
Registriert: 16.11.2013
Beiträge: 2.760

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Servus !

Das ist allerhand was du da schreibst ---wer hätte das gedacht !
Ich wünsche dir weiterhin viel Glück mit deinen Exoten und Palmen !      yikes      big_smile


Hänigsen ("KASPARLAND") Region Hannover                         Klimazone t D  ( 7b )    45m über NN .
Themperatur minimum   -21° C ( ...kommt selten vor )   maximum  37 ° C .

                                            Servus ..wünscht Euch der  ( Palmen )    -    HEINZ  !

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#108 25.07.2020 09:12

danielgrant007
Neues Mitglied
Registriert: 23.07.2020
Beiträge: 1

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo

Die Härtezonen auf einer solchen Karte basieren auf dem "Durchschnittstemperaturminimum".
Die Pflanzen sterben jedoch nicht im Durchschnitt ab, sondern bei den "absolut niedrigsten Temperaturen" (-> siehe Februar 2012). Dies bedeutet, dass ich in Zone 6 leben kann und je nach Mikroklima bessere Chancen habe, eine empfindliche Pflanze durchzubringen als in Zone 7wink

Bei immergrünen Pflanzen aus südlichen Breiten funktioniert nichts ohne Schutz bei unter -15 ° C (in klaren, windstillen Nächten auch bei höheren Lufttemperaturen). Und auch bei langen kahlen Frösten -> Stichwort Frosttrocknung.

Ich mag zu realistisch sein, aber ich habe mich bereits intensiv mit dem Thema befasst.

Ich habe eine Reihe von Palmen gepflanzt und es sieht wunderschön aus und es hat auch die Schönheit meines Hauses verbessert.


•    Detailed information and guide to process visum Sri Lanka can be found here.

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#109 25.07.2020 18:07

Tatzenkatz
Mitglied
Registriert: 21.02.2020
Beiträge: 52

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo Daniel

Interessanter Gedankengang den ich auch schon mal hatte.

Zur Karte:

Die Karte von Tobias Spanner versucht ja ein genaueres Maß zur "echten" Winterhärte zu finden.
Die Zonen werden durch gewichtete Vektoren gebildet, von denen einer das absolute Minimum ist.

Zur Aussagekraft von Winterhärtezonen:

Dass die Karte nicht die typischen Winterhärtezonen angibt ist mir beim ersten Mal nicht aufgefallen. Trotz der vielen zusätzlichen Faktoren
sehen die Zonen der "Standart" Winterhärtezonen-Karte sehr ähnlich.

Also zu meinem Argument:

Ich erwarte, dass das deutsche Klima so homogen ist, dass die Schwankungsbreite der Minima einer Zone weniger Aussagekraft über die Winterhärte von Gehölzen hat, als die verschiendenen Zonen zueinander.(siehe Karte von Tobias Spanner)

(sorry hört sich alles recht kompliziert an smile


Eine Kuppe sollte zb. weniger Minimaschwankungen als ein Talkessel haben. Eine Kuppe hat aber im Normalfall auch eine bessere Winterhärtezone.

Wenn die Kuppe nun aber so hoch ist, dass sie die selben durchschnittlichen Minima wie das Tal hat, ist das Temperaturniveau wahrscheinlich sehr viel geringer und Dauerfrost wird ein großes Proplem. Also sind südliche Pflanzen hier auch nicht mehr happy.

Deshalb wäre meine These:

-Die WHZ ist für den Vergleich innerhalb Deutschlands sehr aussagekräftig.
-Küsten oder Seenähe könnte ein untergeortneter unabhängiger positiver Faktor sein (geringere Schwankungsbreite)
-Südliche Lage könnte ein untergeortneter unabhängiger positiver Faktor sein (weniger Dauerfrost, höherer Sonnenstand)

Ich glaube nicht, dass es irgendwo in Deutschland einen Ort in Zone 6 gibt, an dem Südliches winterhärter ist als in Zone 7. Dafür ist der Unterschied der Zonen zu groß. Gutes Mikroklima führt meiner Ansicht nach eher zu einer höheren Zone (von 6b ->7a oder so)
Aber ich freue mich auf deine Argumente, da ich hier ja nur spekuliere smile

Zu den Immergrünen:

Da muss ich aber eine Lanze für meine geliebten Immergrünen brechen.
Die meißten immergrünen Pflanzen des nordmediterranen Raums sind hier (Breisgau) Winterhart.

Steineiche, Korkeiche, Erdbeerbaum, Steinlinde, Stechpalmen-Kreuzdorn ...und viele andere.

Die Steineiche bekommt sogar in Teilen ihres natülichen Verbreitungsgebiet alle paar Jarzehnte Fröste von -18° ab.
Die ist wirklich sehr winterhart dafür dass man sie fast nie in Gärten sieht.

Langer Beitrag! Ich freue mich auf andere Meinungen zu den angesprochenen Themen smile

Viele Grüße
TK

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#110 06.08.2020 12:20

jimmyad07
Neues Mitglied
Registriert: 06.08.2020
Beiträge: 2

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

USDA Plant Hardiness Zone Map. The 2012 USDA Plant Hardiness Zone Map is the standard by which gardeners and growers can determine which plants are most likely to thrive at a location. The map is based on the average annual minimum winter temperature, divided into 10-degree F zones.
The 2012 USDA Plant Hardiness Zone Map is the standard by which gardeners and growers can determine which plants are most likely to thrive at a location. ... The map is based on the average annual minimum winter temperature, divided into 10-degree Fahrenheit zones.


james

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#111 06.08.2020 12:21

jimmyad07
Neues Mitglied
Registriert: 06.08.2020
Beiträge: 2

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

USDA Plant Hardiness Zone Map. Die USDA Plant Hardiness Zone Map 2012 ist der Standard, anhand dessen Gärtner und Züchter bestimmen können, welche Pflanzen an einem Standort am wahrscheinlichsten gedeihen. Die Karte basiert auf der durchschnittlichen jährlichen Mindestwintertemperatur, unterteilt in 10-Grad-F-Zonen.
Die USDA Plant Hardiness Zone Map 2012 ist der Standard, anhand dessen Gärtner und Züchter bestimmen können, welche Pflanzen an einem Standort am wahrscheinlichsten gedeihen. ... Die Karte basiert auf der durchschnittlichen jährlichen Mindestwintertemperatur, unterteilt in 10-Grad-Fahrenheit-Zonen.


james

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#112 20.03.2021 23:08

an_scath
Junior-Mitglied
Registriert: 20.03.2021
Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Eine Kuppe sollte zb. weniger Minimaschwankungen als ein Talkessel haben. Eine Kuppe hat aber im Normalfall auch eine bessere Winterhärtezone.

Nennt sich Inversionswetterlage, dabei ist es (meist Nachts) in mittleren Höhen* teils deutlich milder als in niedrigen Lagen.
Hier in der Steiermark (bzw. generell südlich der Alpen) kommt das in der kalten Jahreszeit sehr häufig vor. Ich wohne auf ca. 500m, meine Eltern auf 300m - ich habe an beiden Standorten Temperatur-Sensoren damit ich das Klima vergleichen/protokolieren kann. Zum Bsp. hatte es kürzlich im Elterlichen Garten Minus 2°C (kurz vor der Dämmerung) und bei mir zur selben Zeit knapp 6°C Plus. Dafür ist es bei mir windiger und im Sommer 1, 2 Grad kühler.

Tatzenkatz schrieb:

Die Steineiche bekommt sogar in Teilen ihres natülichen Verbreitungsgebiet alle paar Jarzehnte Fröste von -18° ab.
Die ist wirklich sehr winterhart dafür dass man sie fast nie in Gärten sieht.

Die spanische Steineiche hält sogar bis -20 Grad aus. Generell halten viele mediterrane Bäume und Pflanzen wesentlich mehr aus als man glaubt. Hängt naürlich oftmals auch von der Sorte und teils auch von andern Faktoren (Olivenbäume*) ab.

* bei Olivenbäumen hängt die Winterfestigkeit nicht nur von der Sorte, sondern auch von der Beschaffenheit des Bodens (Substrats) ab in der sie gepflanzt wird. Um bei Oliven die Winterhärte zu steigern, muss man diese - so paradox das klingt - in den schlechtes-möglichen Boden (nährstoffarm, trocken, steinig) stecken, dadurch kann man die Frostfestigkeit über die Jahre um einige Grad steigern - so macht man das in den speziellen Baumschulen in Norditalien und auf Istrien, wo es durchaus immer wieder mal zu stärkeren bis starken Frösten kommen kann.
Die Frosthärteste Olivensorte ist übrigens die "Morchione" (aus der Toskana), hält bis zu Minus 20 Grad aus. Nachteil, für maximierte, reiche Ernten braucht man eine Pendolino als Bestäuber, die wiederrum nur max. mäßige Fröste verträgt.


Was ich aber auch sagen muss bezüglich dieser Klima-/WHZ Einteilungen - ich nehme diese lediglich als grobe Übersicht zur Kenntniss. Denn würde ich mich strikt daran halten, könnte ich (oder irgendwer anders) in der Steiermark vieles nicht anbauen, was aber trotz des angeblich eher kühleren Klimas (real haben wir hier allerdings volles Weinbau- bis sub-mediterranes Klima, nennt man in Österreich selbst, "Illyrische Klimazone") dennoch wunderbar wächst.  Dazu hohe Sonnenstundenanzahl (über 2100), trockene Winter, etc.

Auch solltet ihr (viele von euch) aufhören euch offenbar blind auf diese Zoneneinteilung zu verlassen, erstens ist diese recht oft ziemlich ungenau, oder stimmt teils gar nicht und zweitens kann sich das Gesamt-Klima(!) z.b. Zone 8 in Region A und Region B trotzdem fundamental unterscheiden. Es wird ja nur ausgesagt, das eine bestimmte Mindestemperatur nicht unterschritten wird (bzw. im Mittel), sonst nichts. Alle anderen relevanten Faktoren (Niederschlagsmenge, Luftfeuchtigkeit, Höchstemperaturen, Dauer/Anzahl der Temperaturphasen, Sonnenstunden, Sonneneinstrahlung, Dauer der Tageshelligkeit in der kalten Jahresheit (je weiter nördlicher, desto kürzer die Tage), et cetera. werden in diesen Zonen-Einteilungen völlig ignoriert.

So, erstes Posting, gleich viel Text und wohl bei einigen angeeckt. Also ein herzliches Servus von mir.  big_smile

Beitrag geändert von an_scath (20.03.2021 23:21)

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#113 21.03.2021 09:32

Palmenhain_z
Senior-Mitglied
Ort: Region Hannover
Registriert: 16.11.2013
Beiträge: 2.760

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Servus !

Vielen Dank für den interessanten Bericht !    cool


Hänigsen ("KASPARLAND") Region Hannover                         Klimazone t D  ( 7b )    45m über NN .
Themperatur minimum   -21° C ( ...kommt selten vor )   maximum  37 ° C .

                                            Servus ..wünscht Euch der  ( Palmen )    -    HEINZ  !

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#114 21.03.2021 16:23

Tatzenkatz
Mitglied
Registriert: 21.02.2020
Beiträge: 52

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo an_scath

Vielen Dank für den Beitrag.

Auch solltet ihr (viele von euch) aufhören euch offenbar blind auf diese Zoneneinteilung zu verlassen, erstens ist diese recht oft ziemlich ungenau, oder stimmt teils gar nicht und zweitens kann sich das Gesamt-Klima(!) z.b. Zone 8 in Region A und Region B trotzdem fundamental unterscheiden.

Wenn man die Zone seines Gartens in Deutschland kennt, kann man schon recht gut einschätzen, wie ein Exot die Winter verkraften wird. Dafür muss man aber eben die Zone kennen und das geht nur, wenn man seine Minimaltemperaturen selber misst, denn die Karten sind, wie du ja auch sagst, ungenau und veraltet. Aber natürlich gibt es neben der Winterhärtezone noch andere Faktoren, die beachtet werden müssen. Die WHZ ist aber immer ein KO-Kriterium.  (Hanfpalme in 7a geht nirgendwo ohne Schutz)

Aber ich denke auch, dass Winterhärtezonen auf beiden Seiten der Alpen oder in verschidenen Klimazonen weniger Aussagekraft besitzen, da die Varianz der Minima in einer Zone unterschiedlich ist.

Die spanische Steineiche hält sogar bis -20 Grad aus.

Tatsächlich sollen Steineichen am Nordrand ihres Verbreitungsgebiets -22° mit schwersten Schäden überlebt haben. An einem geschützten Ort in wintermilden Gegenden könnten sie auch hier eine hohe Lebensdauer von weit über 100 Jahren erreichen.

bez. Morchione:
Hast du schon Erfahrungen mit dieser Sorte bei extremer Kälte gemacht?
Es gibt einige große Olivenbäume bei uns in der Gegend aber bei -20° wäre diese Sorte tatsächlich ohne Probleme winterhart.

Viele Grüße
TK

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#115 21.03.2021 18:54

an_scath
Junior-Mitglied
Registriert: 20.03.2021
Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Wenn man die Zone seines Gartens in Deutschland kennt, kann man schon recht gut einschätzen, wie ein Exot die Winter verkraften wird. Dafür muss man aber eben die Zone kennen und das geht nur, wenn man seine Minimaltemperaturen selber misst, denn die Karten sind, wie du ja auch sagst, ungenau und veraltet. Aber natürlich gibt es neben der Winterhärtezone noch andere Faktoren, die beachtet werden müssen. Die WHZ ist aber immer ein KO-Kriterium.  (Hanfpalme in 7a geht nirgendwo ohne Schutz)

Hi, Tatzenkatz.

Zitat aus dem weiter unten verlinkten Magazin

Mag. Sabine Watzer schrieb:

Die  robusteste  stammbildende  Palme  für  unser  Klima  ist  die  chinesische  Hanfpalme  (Trachycarpus fortunei oder Trachycarpus wagnerianus). Trachycarpus  wagnerianus  unterscheidet  sich  von Trachycarpus fortunei durch kleinere, steifere Blattfächer. Dadurch ist Wagners Hanfpalme etwas windrobuster, wächst aber etwas langsamer. Hanfpalmen stammen ursprünglich aus dem Himalaya-Gebiet  und  haben  sich  daher  gut  an  Schnee und Kälte angepasst. Hanfpalmen tolerieren im Winter Temperaturen bis ca. -17 Grad Celsius und können somit in milden Regionen Österreichs (Weinbauklima) ausgepflanzt werden. Ein leichter Winterschutz (Einpacken der Palme im Winter mit einem Pflanzenvlies und Mulchen des Bodens, um den Wurzelbereich vor Frost zu schützen) ist auf jeden Fall anzuraten.

Das heißt in Zone 7a nach USDA (5° F / ~ -17° C), kann man auch Hanfpalmen ohne Schutz auspflanzen, bei zu langen Kaltphasen, oder wenn es einmal tatsächlich unter Minus 15° C fallen sollte, kann und wird es dabei zu Frostschäden kommen, die Pflanze wird deswegen aber nicht eingehen - das hat meistens andere Gründe. So tiefe Temperaturen sind aber selten und wenn dann kommen sie nur in vereinzelten Nächten, wenige Stunden (ab ca. Mitternacht bis zur Dämmerung/Sonnenaufgang) vor. Das gilt für meine Region, in anderen 7er Regionen, vor allen in Deutschland kommen solch kalte Temperaturen vermutlich öfters und in längeren Phasen vor. Auf das muss man halt achten.

Als kleine Anmerkung: Graz (die Landeshauptstadt der Steiermark) und die Weststeiermark liegen nach offizieller USDA Einteilung in Zone 6b, weil es einmal im Jahrzehnt mal auf -18° C in ein, zwei Nächten für ein paar Stunden runtergehen kann - den mediterranen Bäumen und Pflanzen scheint die 6er Einstufung aber herzlich egal zu sein, die wachsen und wuchern ganz ohne Winterschutz in den Straßen und Parks. Und deswegen ist der alleinige Blick auf die Minimaltemperatur zwar wichtig, aber viel wichtiger ist: wie oft, wie lange, wie ist die anschließende Tagestemperatur. Und das sagen eben diese Einteilungen und Tabellen nicht aus, da muss man selber nachsehen.
Lustig ist auch die Grenze zwischen 6er Zone (West-Stmk.) und 7er Zone (Ost-Stmk.), die Mur... von der Breite ist das jetzt nicht gerade der Amazonas, aber laut USDA trennt sie zwei Klimazonen.
Laut der Einteilung von Tobias Spanner (siehe Karte auf Seite 1), hätte es in der südwestlichen Steiermark, das selbe Klima wie in Hochgebirgsregionen Westösterreichs - ohne Worte... heißt also, laut diese Karte könnte man am Großglockner auf knapp 3800 m Höhe Oliven anbauen, denn in der Südweststeiermark tut man das doch auch, oder? roll

Tatzenkatz schrieb:

Aber ich denke auch, dass Winterhärtezonen auf beiden Seiten der Alpen oder in verschidenen Klimazonen weniger Aussagekraft besitzen, da die Varianz der Minima in einer Zone unterschiedlich ist.

Erstens das, da gibt es lokal sogar deutliche Unterschiede. Ich wohne wie gesagt auf 530m Höhe, da es aber südlich der Alpen ist, ist es hier milder (teils deutlich) als nörlich der Alpen, oder gar in einen Deutschen Mittelgebirge. Auf das muss man achten.


Tatzenkatz schrieb:

bez. Morchione:
Hast du schon Erfahrungen mit dieser Sorte bei extremer Kälte gemacht?
Es gibt einige große Olivenbäume bei uns in der Gegend aber bei -20° wäre diese Sorte tatsächlich ohne Probleme winterhart.

Die Infos dazu stammen aus diesen Magazin (offizielles Magazin des österreichischen Garten- Landschaftsbauverbandes), Ausgabe 02, 2020 - gibt es hier als PDF zum runterladen:
https://galabau-verband.at/journale

Oliven ab Seite 24, vorher geht es auch um mediterrane Pflanzen, inkl. einer Frosthärtetabelle auf Seite 22.

Beitrag geändert von an_scath (21.03.2021 18:55)

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#116 21.03.2021 19:22

Palmenhain_z
Senior-Mitglied
Ort: Region Hannover
Registriert: 16.11.2013
Beiträge: 2.760

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Servus !

Ich freue mich sehr , das endlich mal wieder ein neues Mitglied was soviel "Fundament" ins spiel bringt
hier auftaucht!
Ich kann Dir nur in vielen Äußerrungen beiflichten.

Herzlich Willkommen!!!!      cool      wink

Beitrag geändert von Palmenhain_z (21.03.2021 19:23)


Hänigsen ("KASPARLAND") Region Hannover                         Klimazone t D  ( 7b )    45m über NN .
Themperatur minimum   -21° C ( ...kommt selten vor )   maximum  37 ° C .

                                            Servus ..wünscht Euch der  ( Palmen )    -    HEINZ  !

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#117 21.03.2021 21:49

Tatzenkatz
Mitglied
Registriert: 21.02.2020
Beiträge: 52

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo an_scath

Die Winterhärtezone ist einfach die durchschnittliche Minimaltemperatur des Jahres.
Wenn es in Jahr 1    -15°
und in         Jahr 2    -10° sind,
ist die durschnittliche T-Min über den Betrachtungszeitraum -12,5° -> Winterhärtezone 7b.


Ich habe mich ein paar Minuten hingesetzt und dir die Winterhärtezone für Graz berechnet.

Die Wetterstation ist: Graz-Universität, also in der Innenstadt mit abgemilderten Temperaturminima (Das Umland ist deutlich käter)
Das durchschnittliche Minimum für die Jahre 2000-2019 beträgt: -11,955°-> Zone 8a
Die "offizielle" USDA-Einteilung ist veraltet und an der peripherie Mitteleuropas recht ungenau.

Die tiefte Temperatur für den Betrachtungszeitraum war -17,4° im Jahr 2003. Hanfpalmen sind ohne zusätzlichen Schutz oder geschützten Standort innerhalb der Innenstadt also nicht winterhart. Die Innenstadt ist aber recht nah dran an winterharten Hanfpalmen. Vielleicht ist es in ein paar Jahrzehnten möglich, sie als Straßenbegleitgrün zu pflanzen.

Zur Winterhärte der Hanfpalmen:

Hanfpalmen können in Zone 7a nicht ohne Schutz überleben, da die Minimaltemperatur von Jahr zu Jahr schwankt und Hanfpalmen nur unter idealen Bedingungen -17° überleben können. Sind sie durch kalte Winter vorgeschädigt, werden sie die -17° wahrscheinlich nicht packen, vor allem wenn diese Temperaturen in kurzen Abständen auftreten.

Aber in Graz dürfte es in geschützten Ecken oder an Hängen einige größere Hanfpalmen geben und wenn du welche kennst, kannst du gerne ein paar Bilder posten. Auch die von dir erwähnten mediterranen Pflanzen interessieren mich. Was für Pflanzen wachsen denn in Graz? Und gibt es irgendwo Fotos von denen?

Danke für den Link und auch von mir: Herzlich Wilkommen : )

Viele Grüße
TK

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#118 22.03.2021 19:16

an_scath
Junior-Mitglied
Registriert: 20.03.2021
Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Die Wetterstation ist: Graz-Universität, also in der Innenstadt mit abgemilderten Temperaturminima (Das Umland ist deutlich käter)
Das durchschnittliche Minimum für die Jahre 2000-2019 beträgt: -11,955°-> Zone 8a
Die "offizielle" USDA-Einteilung ist veraltet und an der peripherie Mitteleuropas recht ungenau.

Das es hier deutlich milder ist, wusste ich ja. Das meinte ich ja auch, man muss selbst genau nachsehen für seinen lokalen Bereich wo man wohnt, bzw. anpflanzen möchte. Die WHZ-Übersichten sind veraltet und/oder teils völlig ungenau - um das ging es mir ja. Die gehören langsam wirklich überarbeitet und aktualisiert.
ps: als Bewohner des Grazer Umfeldes kann ich sagen das es hier nicht deutlich kälter ist, da ist nicht viel unterschied was die Minimaltemperaturen anbelangt, da sind andere Städte in der Ost- und Südsteiermark oftmals noch etwas milder. Graz hat aufgrund seiner speziellen nur nach Süden geöffneten Beckenlage seine Vorteil eher im Sommer, zusätzlich zum Stadt-Mikroklima, im Winter haben die oftmals Hochnebel. Die mildesten Winter-Temperaturen findet man eher ganz im Südosten, Richtung Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze.

Tatzenkatz schrieb:

Die tiefte Temperatur für den Betrachtungszeitraum war -17,4° im Jahr 2003. Hanfpalmen sind ohne zusätzlichen Schutz oder geschützten Standort innerhalb der Innenstadt also nicht winterhart. Die Innenstadt ist aber recht nah dran an winterharten Hanfpalmen. Vielleicht ist es in ein paar Jahrzehnten möglich, sie als Straßenbegleitgrün zu pflanzen.

Meines Wissens haben sie sie schon an einer Strecke entlang der Mur (Promenade/Geh-/Radweg) gepflanzt. Ich kenne allerdings die Stelle nicht genau - müsste am Südende der Stadt sein, gab einen Beitrag darüber im Lokal-TV. Vom Aussehen her waren es unter andern eindeutig Hanfpalmen. Im Zuge eines Kraftwerksbaues wurden alle Bäume an einer relativ langen Strecke gerodet und stellenweise diese Palmen gepflanzt. Soweit mir bekannt ohne Winterschutz. Zweiter, oder Dritter Winter und die stehen immer noch, ohne gröbere Probleme.


Tatzenkatz schrieb:

Aber in Graz dürfte es in geschützten Ecken oder an Hängen einige größere Hanfpalmen geben und wenn du welche kennst, kannst du gerne ein paar Bilder posten. Auch die von dir erwähnten mediterranen Pflanzen interessieren mich. Was für Pflanzen wachsen denn in Graz? Und gibt es irgendwo Fotos von denen?

Standard-Program, Zedern, Zypressen, Palmen, Bananen, etc. das meiste allerdings in Privatgärten. In öffentlichen Parks findet man zwar auch diverse Südländer, allerdings nur vereinzelt. Liegt allerdings daran das ein Großteil des Baumbestands dort teil über 100 Jahre und älter ist und unter strengen Schutz stehen (gilt auch für Privatgärten - selbst wenn man im eigenen Garten einen Baum schneiden, oder gar fällen möchte, muss man sich eine Bewilligung holen).
Es gibt einen Online-Baumkataster der Stadt, aber da müsste man jeden einelnen Baum anklicken um zu sehen was das für einer ist - und Graz hat viele Bäume - Fotos habe ich jetzt keine zur Hand, muss aber sagen gehöre nicht zu jenen die sowas fotographieren.

Was die Privatgärten anbelangt, wenn man da im Winter vorgeht, sieht man nur selten Winterschutz bei den Pflanzen. Auch am Land draußen (bei mir in der Gegen, je weiter südlich/südöstlich sowieso), Palmen werden da, wenn im Topf einfach an die Hauswand gestellt, oder bleibt draußen, ausgepflanzt, oder im Topf, da wird nicht viel trara drum gemacht. Richtiger Winterschutz kommt da erst (meine Erfahrung durch Beobachtung), wenn es längere Dauerfrostphasen gibt.

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#119 23.03.2021 19:16

Tatzenkatz
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Beiträge: 52

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo an_scath

Die WHZ-Übersichten sind veraltet und/oder teils völlig ungenau - um das ging es mir ja. Die gehören langsam wirklich überarbeitet und aktualisiert.

Für Deutschland gibt es eine deutlich genauere Karte, die aber für die alte Klimareferenzperiode gilt (1961-90).
Für Österreich habe ich keine genauere Karte gefunden. Man könnte sie aber recht leicht selber basteln, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt ; )

Die mildesten Winter-Temperaturen findet man eher ganz im Südosten, Richtung Bad Radkersburg an der slowenischen Grenze.

Dem muss ich leider wiedersprechen. Ich habe die Winterhärtezone für Bad Radkersburg von 2000-2019 berechnet.
Bad Radkersburg ist in Zone 7b mit einer T-Min von -19,9° in 2018. Da sind Hanfpalmen sicher nicht winterhart und auch Zypressen, Pinien und Stein-Eichen sollten das Klima auch nicht dauerhaft überleben.

Meines Wissens haben sie sie schon an einer Strecke entlang der Mur (Promenade/Geh-/Radweg) gepflanzt. Ich kenne allerdings die Stelle nicht genau - müsste am Südende der Stadt sein, gab einen Beitrag darüber im Lokal-TV. Vom Aussehen her waren es unter andern eindeutig Hanfpalmen. Im Zuge eines Kraftwerksbaues wurden alle Bäume an einer relativ langen Strecke gerodet und stellenweise diese Palmen gepflanzt.

Dabei handelt es sich wohl um einen Aprilscherz von "Steiermark Heute" vom 1.4.17

Zitat von https://www.rtr.at/files/staging/m_ent/ … isiert.pdf. (!automatische Download-PDF 1,2MB!) auf Seite 5:
-Bei dem Beitrag vom 01.04.2017 habe es sich um einen „Scherzbeitrag“ gehandelt...
Vielmehr gehe es aus Anlass des 1. Aprils um eine scherzhafte bzw. fiktive Darstellung
zur Neugestaltung des Murufers, die den Rezipienten zunächst einen Moment lang „auf Glatteis“
führen solle, bevor er aufgrund der Beschreibung der Flora und Fauna (Hanfpalmen, irakische
Dornschwanzagame und Landschildkröte) rasch erkenne, dass der Beitrag nicht ernst gemeint
sein könne.

Soweit mir bekannt ohne Winterschutz. Zweiter, oder Dritter Winter und die stehen immer noch, ohne gröbere Probleme.

Ich habe leider nichts dazu gefunden. Hast du dazu genauere Infos? Vielleicht wurden ja nachträglich doch Palmen gepflanzt.

Dafür habe ich andere Exoten gefunden:
-Am Schlossberg in Graz steht eine der ältesten Feigen Österreichs.
Auf diesem Bild erkennt man sie rechts neben dem Uhrenturm:
https://desisalltaeglicherwahnsinn.file … jpg?w=1280

-Außerdem gibt es am Grazer Schlossberg einen Granatapfelstrauch und mehrere Zypressen.
Dazu hat es vor einigen Jahrzehnten genau eine(!) wildwachsende Esskastanie am Schlossberg gegeben.
Anders als in weiten Teilen Deutschlands sind in der Gegend Blasenstrauch, Strauch-Kronwicke und Flaumeiche heimisch, sodass die natürliche Vegetation an den wärmsten Stellen submediterran getönt ist.

-Interessant ist aber, dass Stein- und Kork-Eiche im Botanischen Garten in Graz im Kalthaus wachsen, während sie in botanischen Gärten entlang des Rheins im freien gedeihen. Normalerweise sollte zumindest die Stein-Eiche auch in Graz winterhart sein. Und zumindest am Schlossberg könnte es auch mit der Kork-Eiche klappen.

Das war alles, was ich in kurzer Zeit recherchieren konnte. Auf alle Fälle wohnst du in einer sehr interessanten Gegend.

Viele Grüße
TK

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#120 24.03.2021 13:23

an_scath
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Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Hallo an_scath

Dem muss ich leider wiedersprechen. Ich habe die Winterhärtezone für Bad Radkersburg von 2000-2019 berechnet.
Bad Radkersburg ist in Zone 7b mit einer T-Min von -19,9° in 2018. Da sind Hanfpalmen sicher nicht winterhart und auch Zypressen, Pinien und Stein-Eichen sollten das Klima auch nicht dauerhaft überleben.

Hm, in den Parkanlagen des Thermalbades dort stehen sie jedenfalls ganzjährig draußen und Vlies oder dergleichen habe ich noch nicht gesehen. 2018 war ein Mörderwinter, stimmt. Die zweiwöchige Dauerfrostphase (wenn ich mich recht erinnere) damals hat mir aber mehr Kopfschmerzen bereitet und man sah auch überall Frostschäden, aber eingegangen sind deswegen nicht viele. Du unterschätzt Die Robustheit mancher Pflanzen ein wenig kommt mir vor, die geben ja nicht gleich den Löffel ab nur weil es eine Nacht mal unter ihre max. Winterhärte geht - das heißt dann nur das sie ab diesen Zeitpunkt ganz sicher Frostschäden erleiden werden. Erst bei längeren solchen Kältephasen und/oder mehreren direkt hintereinander (mehre Nächte untern maximum) werden die Schäden irreversibel, dann gehen sie übern botansichen Jordan.


Tatzenkatz schrieb:

Dabei handelt es sich wohl um einen Aprilscherz von "Steiermark Heute" vom 1.4.17

Ernsthaft? ^^ Das ist ja peinlich, vom öffentlichen Rundfunkt verarscht worden und nie darauf hingewiesen worden. Naja, ich nehms mit Humor.
Das lustige ist, das scheinen selbst viele Grazer für bare Münze genommen zu haben (das mit den stehenden Palmen ohne Winterschutz dort hat mir ein Grazer Einwohner erzählt).

Nur mir ist bezüglich Graz noch etwas eingefallen das die Pflanzung von Palmen und dergleichen sicher noch lange hinaus zögern wird. Nicht das Klima (kein Problem), sondern die teils extreme Feinstaub belastung. Daher wird man auch noch länger hauptsächlich nur Laubbäume pflanzen, da die eine Filterwirkung haben (gab da auch riesigen Wirbel und auch Proteste wegen der Rodung der Ufer).
Daher ist die Sache also so oder so erledigt, solange bis dieses "Problem" behoben wird (e-mobilität?, etc.) und selbst dann wird es noch lange Dauern das der bestehende Baumbestand ja erst nach Jahrzehnten nach und nach ersetzt werden würde.

Tatzenkatz schrieb:

Dafür habe ich andere Exoten gefunden:
-Am Schlossberg in Graz steht eine der ältesten Feigen Österreichs.
Auf diesem Bild erkennt man sie rechts neben dem Uhrenturm:
https://desisalltaeglicherwahnsinn.file … jpg?w=1280

-Außerdem gibt es am Grazer Schlossberg einen Granatapfelstrauch und mehrere Zypressen.
Dazu hat es vor einigen Jahrzehnten genau eine(!) wildwachsende Esskastanie am Schlossberg gegeben.
Anders als in weiten Teilen Deutschlands sind in der Gegend Blasenstrauch, Strauch-Kronwicke und Flaumeiche heimisch, sodass die natürliche Vegetation an den wärmsten Stellen submediterran getönt ist.


Feigen gibt es mehrere, auch im Stadtpark findet man stattliche Exemplare (die werden aber auch bei vielen Gärten beliebter). Esskastanien (wir sagen Edelkastanie, oder Maroni dazu) sind gar nicht so selten hier. Flaumeichenbestände reichen bis an die Hänge des Schöckls, auf etwa 700, 800m Höhe. Das dürfte auch die nördliche Grenze ihres natürlichen Verbreitungsgebietes sein. Granatäpfel werde ich spätestens nächstes Jahr auspflanzen. Sind aus Kernen selbst gezogen, aber ich kenne die Sorte leider nicht (im Hofer (Aldi-Süd) gekauft) - lass mich überraschen was draus wird. Sieht man aber auch immer öfter hier in den Gärten.

Tatzenkatz schrieb:

-Interessant ist aber, dass Stein- und Kork-Eiche im Botanischen Garten in Graz im Kalthaus wachsen, während sie in botanischen Gärten entlang des Rheins im freien gedeihen. Normalerweise sollte zumindest die Stein-Eiche auch in Graz winterhart sein. Und zumindest am Schlossberg könnte es auch mit der Kork-Eiche klappen.

Vermutlich will man auf absolute Nummer sicher gehen bei besonders alten Exemplaren? Wundert mich aber irgendwie, da es dort auch Freilland-Experimente  gibt, bezüglich Frostverträglichkeiten, man arbeitet da auch eng mit der Uni Graz zusammen.
Oder es ist einfach die österreichische Beamten-Bürokratie: "Vorschrift ist Vorschrift". roll

Tatzenkatz schrieb:

Das war alles, was ich in kurzer Zeit recherchieren konnte. Auf alle Fälle wohnst du in einer sehr interessanten Gegend.
Viele Grüße
TK

Die Gegend (vor allen Oststeiermark, Südburgenland, angrezendes Südwestungarn, und Ostslowenien (Stajerska, die ehemalige Untersteiermark) ist insofern interessant, da wir hier extrem vom Klimawandel betroffen sind, viel stärker als andere Regionen in Europa. Man nimmt an das das aufgrund der geographischen Lage, Schnittbereich mehrere Großklimazonen, wobei sich der mediterrane Einfluss mehr und mehr durchsetzt, im Nordosten eher der Pannonische (starke Trockenheit). Wenn ich mich zurück erinnere in meine Kindheit, lange Kältephasen waren keine Seltenheit, die haben von Jahr zu Jahr abgenommen. Im Winter 2019/20 gab es selbst bei mir über 500m nicht mal Schnee, im Sommer mehren sich die Hitzetage, Tage über 30 Grad sind hier keine Seltenheit, auch früher nicht, aber die werden immer häufer, in den letzten Jahren ging es auch häufiger über die 35er Marke in vielen Regionen hier.
So sehr ich mich über mediterranes Feeling irgendwann mal freue, das Ganze hat aber einen erheblichen Preis: die Unwettergefahr ist sehr hoch hier und auch diese werden immer stärker. Wir haben jeden Sommer Hagelschaden in Millionenhöhe, im Südosten häufiger Überschwemmungen (da regnet es das halbe Mitteleer runter in wenigen Stunden) und im Nordosten vertrocknen sie und das quasi auf kleinsten Raum.
Ja, es ist interessant hier. wink

Beitrag geändert von an_scath (24.03.2021 13:24)

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#121 25.03.2021 18:37

Tatzenkatz
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Beiträge: 52

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Du unterschätzt Die Robustheit mancher Pflanzen ein wenig kommt mir vor, die geben ja nicht gleich den Löffel ab nur weil es eine Nacht mal unter ihre max. Winterhärte geht - das heißt dann nur das sie ab diesen Zeitpunkt ganz sicher Frostschäden erleiden werden. Erst bei längeren solchen Kältephasen und/oder mehreren direkt hintereinander (mehre Nächte untern maximum) werden die Schäden irreversibel, dann gehen sie übern botansichen Jordan.

Dein Wort in Gottes Ohr. Ich hoffe, dass du recht hast.
Dass ich keine großen Trachys aus eurer Region kenne, stützt aber eher die These, dass selbst bei kurzen, tiefen Frösten die meisten Trachys über den "botanischen Jordan" gehen.

Flaumeichenbestände reichen bis an die Hänge des Schöckls, auf etwa 700, 800m Höhe. Das dürfte auch die nördliche Grenze ihres natürlichen Verbreitungsgebietes sein.

Im östlichen Mitteleuropa mit heißen, trockenen Sommern tritt die Flaum-Eiche nördlich bis nach Tschechien auf.
Sie ist in Mitteleuropa als eher ein Indikator für Hitze und Trockenheit im Sommerhalbjahr. Die Wintertemperaturen spielen beim Standort nur eine untergeortnete Rolle.

Wie sieht es bei euch in der Region mit immergrünen Büschen/Bäumen im Wald aus? Gibt es ein östliches Pendant zur Stechpalme, die in Deutschland ein guter Indikator für Wintermilde ist?

Hier im Wald findet man folgende wildwachenden, immergrünen Pflanzen:

Stechpalme, Kirschlorbeer, Kleines- und Großes Immergrün, Immergrünes Geißblatt, Efeu, Gewöhnliche Mahonie, Runzelblättriger Schneeball, verschiedene Bambusarten, Linguster, Julianes Berberitze, Buchsbaum (min 3 Standorte), Japanische Aukube (min 2 Standorte), Hanfpalme (1 Standort, Verjüngung von ursprünglich am Standort gepflanzten Hanfpalmen)

Und was das Klima angeht kann ich dir nur zustimmen. Wir haben hier zwar mit heftigen Unwettern nicht so viele Probleme, aber die Sommer könnten durchaus etwas kühler ausfallen und die Winter dafür etwas milder. (Träumen darf man ja : )

Viele Grüße
TK

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#122 26.03.2021 19:04

an_scath
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Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Wie sieht es bei euch in der Region mit immergrünen Büschen/Bäumen im Wald aus? Gibt es ein östliches Pendant zur Stechpalme, die in Deutschland ein guter Indikator für Wintermilde ist?

Nein (außer einzelne Expemplare), da es zu trocken ist, sie braucht eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit  (bei mir im Garten hatte es heute keine 34% Luftfeuchte). Wachsen tut sie aber unter anderen im Mostviertel, im südwestlichen Niederösterreich. Dort bis in mittlere Höhen, auf mind. 700m, also auch hier, die verträgt durchaus ordentliche Fröste, denn das Mostviertel ist nicht gerade für sein mildes Klima bekannt. Aber auch dort wird sie leider immer weniger.

Wenn dir der österreichische Dialekt nicht zuviel ausmacht, kannst du hier in diesen Video viel über die Stechpalme in dieser Region erfahren: https://www.youtube.com/watch?v=TvvdnmNqc44

Tatzenkatz schrieb:

Hier im Wald findet man folgende wildwachenden, immergrünen Pflanzen:

Stechpalme, Kirschlorbeer, Kleines- und Großes Immergrün, Immergrünes Geißblatt, Efeu, Gewöhnliche Mahonie, Runzelblättriger Schneeball, verschiedene Bambusarten, Linguster, Julianes Berberitze, Buchsbaum (min 3 Standorte), Japanische Aukube (min 2 Standorte), Hanfpalme (1 Standort, Verjüngung von ursprünglich am Standort gepflanzten Hanfpalmen)

Davon wächst hier auf so einiges (ok, Palmen habe ich im Wald noch nicht gefunden lol ). Liguster sind beliebte Heckenpflanzen (kommen hier aber in manchen Winter Frostschäden, aber kein Problem, treiben im Frühjahr immer wieder schön neu aus). Dito Kirschlorbeer, aber da gibts mittleweile schon extrem winterharte Sorten, das die sogar im tiefsten Bayern überleben würden. Berberitze, Buchsbaum, Efeu auch. Das Immergründ ist das nicht sowieso eine heimische Mitteleuropäische Pflanze? Und die Aukube findet man auch in Gärten. Ob die auch verwildert sind, bin ich überfragt.

Schönes Wochenende.

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#123 28.03.2021 22:51

Tatzenkatz
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Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Hallo an_scath

Danke für den Link. Ich kenne das Video zufällig schon. (2021 ist ja schließlich das Jahr der Stechpalme : )


Das kleine Immergrün -Vinca minor- wurde wahrscheinlich von den Römern ins südliche Mitteleuropa gebraucht. Wenn man es hier im Wald findet, zeigt es oft ehemalige menschliche Besiedlung an und bedeckt den Boden auf großen Flächen wie ein Teppich.

Das große Immergrün -Vinca major- soll in Mitteleuropa nur sehr selten verwildern. Hier in der Region habe ich es aber schon mehrmals im Wald gesehen.

Buchsbaum findet man in Mitteleuropa nur ganz selten im Wald und die meisten Bestände, wie die an der Mosel, sind auch auf die Römer zurückzuführen. Nur im Schweizer Jura und vielleicht noch im Buchswald bei Grenzach gibt es urspüngliche Vorkommen. Wie es in Österreich aussieht, weiß ich leider nicht.

Kirschlorbeer mag auch in kalten Lagen bedingt winterhart sein, wird dort aber kaum den Sprung über den Gartenzaun schaffen.


Und um zum Thema "Winterhärtezonen für Pflanzen" zurückzukehren:
Ich finde, dass der beste Indikator für die Winterhärte von Pflanzen ein Gang durch die Nachbarschaft und den Wald ist.
Je mehr große, frostempfindliche Pflanzen man findet, desto besser werden auch die eigenen Exoten den Winter ohne Schutz überstehen.

PS: Ich habe am Freiburger Schlossberg eine winzige Wollmispel gefunden, die wohl spontan aus einem Samen gekeimt ist.
Ich werde bald nachsehen, ob sie den Winter überlebt hat.

Viele Grüße
TK

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#124 29.03.2021 18:37

Palmenhain_z
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Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Das kleine wie auch das große Immergrün wächst hier bei mir auch im Wald.
Und Stechpalmen in massen !   cool

Beitrag geändert von Palmenhain_z (29.03.2021 18:38)


Hänigsen ("KASPARLAND") Region Hannover                         Klimazone t D  ( 7b )    45m über NN .
Themperatur minimum   -21° C ( ...kommt selten vor )   maximum  37 ° C .

                                            Servus ..wünscht Euch der  ( Palmen )    -    HEINZ  !

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#125 03.04.2021 21:19

an_scath
Junior-Mitglied
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Beiträge: 9

Re: Winterhärtezonen für Pflanzen

Tatzenkatz schrieb:

Und um zum Thema "Winterhärtezonen für Pflanzen" zurückzukehren:
Ich finde, dass der beste Indikator für die Winterhärte von Pflanzen ein Gang durch die Nachbarschaft und den Wald ist.
Je mehr große, frostempfindliche Pflanzen man findet, desto besser werden auch die eigenen Exoten den Winter ohne Schutz überstehen.

Naja, mit Stand 2019 gab es in Österreich 6 dokumentierte Standorte verwilderter Hanfpalmen (4x Wien, je 1x Niederösterreich und Oberösterreich (beide an der Donau). Wobei man nicht auschließen kann das da jemand "nachgeholfen" hat, spielt aber keine Rolle, sie wachsen dort und überleben die Winter bisher, vor allem als Jungpflanze muss man bedenken in Regionen wo es praktisch keinen Schnee als Schutz gibt.

"An den nun dokumentierten Standorten finden sich jeweils wenige Dutzend Jungpflanzen, die die Winter ganz ohne gärtnerische Zuwendung überlebt haben. "Dadurch, dass es schon mehrere Fundorte in nur wenigen Jahren geworden sind, ist das doch ein Anzeichen für eine beginnende Ausbreitung", sagte der Forscher."

https://www.wienerzeitung.at/nachrichte … ntern.html

Wobei ich den Verglich mit dem Tessin im Artikel nicht ganz zustimme, hier vergessen die Botaniker den gewaltigen Unterschied bei der jährlichen Niederschlagsmenge. Zum Vgl.:
Lugano: ca. 1600 mm/Jahr
Wien: ca. 550 mm/Jahr
Ich denke das ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, die dazu führt das es im Tessin mittlerweile schon zum Problem (unkontrollierte Vermehrung) mit der Selbstaussaamung der dortigen Hanfpalmung geführt hat; milde Winter plus sehr hoher Niederschlag (letztes fehlt in Ostösterreich), dürfte dort zur starken Vermehrung geführt haben.

Also man sieht eine auswilderung/auspflanzung ist ohne Schutz möglich, auch in Regionen wo man es nicht gleich denkt. Weiterführend wären diese "wilden Trachys" eventuell auch für die zukünftige Zucht besonders winterharten Sorten von Interesse.

lg und schöne Ostern!

Beitrag geändert von an_scath (03.04.2021 21:33)

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