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#1 29.04.2019 18:20

Chris_TH
Mitglied
Registriert: 11.03.2019
Beiträge: 23

Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Hallo an alle,

ich wollte hier mal für alle Interessierten berichten, wie ich meine Nadelpalme über ihren ersten Winter gebracht habe.
Da ich selber viel recherhchiert habe und zur Nadelpalme leider nur wenige bis keine Erfahrungsberichte gefunden habe, dachte ich mir dies könnte für den ein oder anderen nützlich sein, der mit der Anschaffung liebäugelt.

Nun zur Palme: ich habe das gute Stück bei PPP im Mai 2018 nach einem Urlaub in Südtirol gekauft. Ein kurzer Abstecher über München auf dem Weg in meine Heimat, dem Thüringer Wald - schon hatten wir einen Passagier mehr mit an Bord:

Anfang Mai 2018:
IMG_6133.jpeg

Die Palme hatte einen gut durchwurzelten Topf und kam nach Ankunft in Thüringen sofort an einem vollsonnigen Standort an eine Natursteinmauer. Einziger Nachteil am Standort, sie ist von allen Seiten der Witterung ausgesetzt, jedoch habe ich bei der Nadelpalme einen wirklich vollsonnigen Standort höher gewichtet. Sie hat bei mir Sonne von Sonnenaufgang, bis Sonnenuntergang, ohne eine Minute Schatten.
Durch das langsame Wachstum und die damit verbundene Regenerationsfähigkeit habe ich mich dafür entschieden.

Durch das sofortige Auspflanzen und dem überaus sonnigen Wetter in 2018 hat sie leider prompt an den Wedeln sonnenbrand bekommen, sie stand ja vorher im Palmenhaus. Ich hätte sie etwas schattieren sollen die ersten Wochen. Nunja war nicht so schlimm, das Wachstum war in dem Sommer deutlich sichtbar und die neuen Wedel sind Sonnenunempfindlich.

Der warme Sommer und Herbst haben sicher dazu beigetragen, dass sie sehr gut anwurzeln konnte.

Im Oktober war es dann langsam vorbei mit dem schönen Wetter und die ersten Frostnächte kamen. Im Sommer habe ich mir bereits ein Überwinterungshäuschen gebaut und ich habe anhand der Informationen, die ich im Internet finden konnte auf einen Regenschutz gesetzt.
Als Vorsichtsmaßnahme habe ich ebenfalls ein selbstregulierendes Heizkabel angebracht.

Mein Konzept bestand also aus Regenschutzdach, abschirmung der Nord und Ostseite vor eisiger Polarluft mittels Styrodurplatten, Mulchschicht ca. 20cm hoch auf der Wurzelscheibe, darüber einen Wurzelschutz mit noppenfolie im Inneren, Heizkabel und Vlieshaube bei Bedarf. den Wurzelschutz habe ich noch mit trockenem Stroh aufgefüllt.

Anfang November:
IMG_7822.jpeg

IMG_7758.jpeg

So gewappnet hat sie dann den Winter überstanden und auch die schlimmsten Winterstürme:
(Überraschung am 01.01.2019 als ich nochmal in den Garten schaute. Häuschen weg und Vlieshaube auch yikes )
IMG_8117.jpeg

Nun hatte der Winter zum Glück mitte Februar vorerst sein Ende und ich habe die Palme wieder "freigelegt"  smile
Sie schien alles gut überstanden zu haben.

14. Februar 2019
IMG_0104.jpg

In den drauffolgenden Wochen gabe es immer nochmal einen Wintereinbruch mit kurzzeitig Schnee und Frost, ich habe die Palme jedoch nicht nochmal eingepackt - nur den Mulch nochmal um den Stamm angehäufelt und Vlieshaube aufgesetzt.

Als Resümee kann ich sagen, dass die Nadelpalme den Winter ohne nennenswerte Schäden überstanden hat. Die gemessene Tiefsttemperatur am Herz lag bei -8,6*C. Sie stand wirklich sehr sehr trocken, das Regendach war vor den ersten kalten und anhaltenden Niederschlägen schon installiert (ca. von Ende Oktober bis Mitte Februar). Der Überwinterungsbau war nie vollständig geschlossen, nur die Nord und Ostseite. Das Vlies habe ich so oft es ging entfernt, sodass die Pflanze "atmen" konnte und es zu keinem Schimmelbefall kommen konnte. Die Speere des Hauptstammes und der Ausläufer sind alle fest und schön dunkelgrün.

Ich habe unterdessen den Rindenmulch entfernt, ein wenig frische Komposterde auf der Wurzelscheibe verteilt und bei der trockenheit und wärme im April die ein oder andere Kanne Wasser gegeben. Jetzt freuen wir uns auf den nächsten Sommer. Ich bin gespannt wie sie sich entwickelt und wie viele Wedel sie bildet.

Das war es vorest zur ersten Überwinterung einer Nadelpalme bei mir im Garten auf 600m üNN im Thüringer Wald.

Viele Grüße   wink


Viele Grüße
Chris
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Thüringer Wald 600m ü. NN
Zone tE / 7a USDA

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#2 29.04.2019 19:02

flow
Senior-Mitglied
Registriert: 05.06.2013
Beiträge: 1.013

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Hallo Chris
Vielen Dank für den tollen Bericht.
Theoretisch müsste die Needle ja fast alles ungeschützt überleben können. Aber bei uns scheint sie mehr zu zicken, als etwa Sabal minor.
Ich habe meine Rhapidophyllum ungeschützt überwintert und vorletztes Jahr verloren. Ein Regenschutz hätte möglicherweise schon gereicht. Derweilen war meine Sabal minor unbeeindruckt. Ich habe noch eine Rhapidophyllum, aber die bleibt vorläufig getopft.
LG Flo


Solothurn, 443 M.ü.M. Zone tD? / 7a?  - Sobre todo aprendan y no olviden que la vida se construye en sueños y se materializa con amor. -

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#3 29.04.2019 19:26

Chris_TH
Mitglied
Registriert: 11.03.2019
Beiträge: 23

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Hallo Flo,

ich denke, dass bei der Needle der Regenschutz der Schlüssel zum Erfolg sein kann, jedenfalls in Gegenden in denen es auch sehr kalt werden kann. Die -8,6 grad hatte ich auch nur mit Heizkabel halten können, die tatsächliche Tiefsttemperatur im Garten lag letzten Winter bei -14 grad.
Wie lange hattest Du die verlorene Needle im Garten?

Eine Sabal Minor wollte ich als nächstes pflanzen. Sehr schöne Palme.

VG


Viele Grüße
Chris
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Thüringer Wald 600m ü. NN
Zone tE / 7a USDA

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#4 02.05.2019 21:24

flow
Senior-Mitglied
Registriert: 05.06.2013
Beiträge: 1.013

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Hallo Chris
Meine war alles in allem nur drei Winter im Garten. Nach dem ersten war sie schadlos, nach dem zweiten habe ich den Speer ziehen können, sonst sah sie aber noch ok aus und wuchs auch wieder. Aber nach dem Dritten war sie mausetot. Wir hatten als Tiefsttemperatur nie weniger als so -10/-12 Grad, aber teilweise schon längeren Dauerfrost, was wohl auch nicht besonders förderlich war.

Meine beiden Sabal minor  (einmal McCurtain und einmal Blountstown dwarf) stehen so halb unter dem Dachvorsprung und sind von daher etwas regengeschützt, das hilft sicher.

LG Flo


Solothurn, 443 M.ü.M. Zone tD? / 7a?  - Sobre todo aprendan y no olviden que la vida se construye en sueños y se materializa con amor. -

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#5 04.05.2019 05:46

weinbergslui
Senior-Mitglied
Ort: USDA: 7b/ nach R. Spanner: tE
Registriert: 02.02.2013
Beiträge: 1.614

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Guten Morgen,

unsere Nadelpalme hat ebenfalls genau diese 3 Winter benötigt, in denen sie abbaute und schließlich gehimmelt war. Auch bei uns war es nicht die Kälte, sondern die Nässe. Regenschutz ist auch nach unserer Erfahrung eine gute Variante.


Viel Freude in Eurem Garten
Ludwig

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#6 04.05.2019 13:31

Chris_TH
Mitglied
Registriert: 11.03.2019
Beiträge: 23

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Hallo, also ich werde das Ganze mal beobachten und die Strategie mit dem Regenschutz weiter verfolgen.
Wenn es im nächsten Winter nicht zu kalt wird werde ich nur noch passiv schützen, da sie ja dann schon halbwegs etabliert ist.
Ich bin erstmal zuversichtlich. Eine Sabal Minor wird dennoch in den nächsten Jahren dazukommen. Ich denke dann kann man gute Vergleiche ziehen.

Viele Grüße aus dem (plötzlich wieder verschneiten) Thüringer Wald.


Viele Grüße
Chris
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Thüringer Wald 600m ü. NN
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#7 04.05.2019 13:39

Chris_TH
Mitglied
Registriert: 11.03.2019
Beiträge: 23

Re: Überwinterung Nadelplame (Rhapidophyllum hystrix)

Auch hier ist mir gerade aufgefallen, dass meine ganzen Fotos nicht mehr angezeigt werden. Sehr schade, verstehe nicht warum.

sad

Edit: So jetzt sollten die Bilder wieder da sein.  wink

Beitrag geändert von Chris_TH (05.05.2019 13:35)


Viele Grüße
Chris
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